Cortenstahl
Wetterfester Baustahl, der eine schützende Rostpatina bildet.
Charaktervolle Patina mit Schutzfunktion
Cortenstahl wird häufig wegen seiner rostroten Oberfläche ausgewählt. In der Planung entscheidet aber nicht die Farbe allein, sondern die Frage, ob der Einsatzort die Bildung einer tragfähigen Patina überhaupt zulässt. Ein Pflanzgefäß, eine Erdstützwand, eine Sichtschutzwand oder ein Wasserbecken stellt jeweils andere Anforderungen an Bewitterung, Wasserablauf, Staunässe, Kontaktflächen und Pflege.
Unter der Bezeichnung Cortenstahl versteht man wetterfesten Baustahl. Gartenmetall beschreibt, dass sich auf der Oberfläche unter Witterungseinfluss fortlaufend eine Sperrschicht bildet. Diese schützt das Bauteil vor weiterer Korrosion und sorgt für die charakteristische Patina in erdigen, warmen Farbtönen. Die Ausbildung der Oberfläche beginnt nach etwa zwei bis drei Wochen und ist erst nach eineinhalb bis drei Jahren abgeschlossen. Voraussetzung ist der Wechsel zwischen feuchter und trockener Witterung. Bereiche, die dieser Bewitterung nicht ausgesetzt sind, entwickeln auch keine lebendige Edelrost-Patina.
Gartenmetall verwendet ausschließlich wetterfesten Baustahl der Güte S355J2W+N, Werkstoffnummer 1.8965. Diese Materialangabe ist für Planer und Ausschreibungen relevant, weil „Rostoptik“ allein keine belastbare technische Spezifikation ist. Cortenstahl muss verarbeitet, gebogen, geschweißt und konstruktiv so eingesetzt werden, dass die gewünschte Oberfläche langfristig funktioniert.
Wichtig ist die Grenze des Materials: Cortenstahl braucht Trocknungsphasen. Bei dauerhafter Staunässe kann die Sperrschicht nicht wie vorgesehen wirken. Besonders deutlich wird das bei Wasserobjekten. Gartenmetall weist bei Brunnensystemen aus Cortenstahl darauf hin, dass direkter Kontakt zwischen stehendem Wasser und Metall zu vermeiden ist. Ohne Schutzschicht kann sich das Brunnenwasser rostbraun färben, der Wassertrog kann durch Rostabplatzungen geschädigt werden und es kann sich rotbrauner Schlamm im Becken absetzen. Deshalb werden Gartenmetall-Wassertröge innen mit einer UV-stabilen, elastischen und wasserfesten Kunststoffbeschichtung ausgekleidet.
Auch bei erdberührten Bauteilen muss Wasserführung geplant werden. Bei TERRA PALA Erdstützwänden empfiehlt Gartenmetall zur Reduzierung von Staunässe unter anderem Noppenfolie und Vlies auf der Rückseite, kapillarbrechendes Füllmaterial und ein Drainagerohr. Bei schwierigen Baustellen wird auf die Behandlung erdberührter Bereiche mit Korrosionsschutzmittel nach DIN EN ISO 12944 hingewiesen.