Stahl feuerverzinkt
als Werkstoff
Stahl feuerverzinkt als Werkstoff
für rein technische Oberflächen
Beim Feuerverzinken wird das Grundmaterial aus Stahl in ein geschmolzenes Zinkbad (ca. 450°C) getaucht. Nach dem Abtropfen bleibt eine mehr oder weniger dünne Zinkschicht als Überzug zurück. Diese bildet sowohl einen aktiven als auch einen passiven Korrosionsschutz: Die dünne Schicht schützt das Grundmetall vor Feuchtigkeit (passiv) und wirkt zusätzlich als Opferanode (aktiv). Der unter der Zinkschicht liegende Stahl wird so lange vor Korrosion geschützt, bis der Zink vollständig verbraucht ist. Die Zinkschicht ist im frischen Zustand hellglänzend. Im Laufe der Zeit bildet sie infolge der Korrosion eine Patina aus, was das Erscheinungsbild dunkler und matter macht.
Alles Wichtige auf einen Blick:
STAHL feuerverzinkt
Farbbeschichtung für feuerverzinkte Objekte?
Auch feuerverzinkte Objekte können mit Farbe beschichtet werden. Damit die Farbe gut haftet, wird in der Regel vorher ein Haftverbesserer (Haftgrund) aufgetragen. Ob der Haftgrund aber tatsächlich auf der kompletten feuerverzinkten Oberfläche aufgebracht wurde, ist nach dem Farbbeschichten schwierig zu prüfen. Bei mangelhaftem Haftgrund kann es vorkommen, dass die Farbe sich vorzeitig von der verzinkten Oberfläche löst und abblättert. Wir empfehlen daher, Gartenobjekte, die farbbeschichtet werden sollen, aus dem korrosionsbeständigen Grundmaterial Edelstahl (V2A) zu fertigen. Das ist zwar nicht die günstigste Variante, aber mit Sicherheit die langlebigste.
Pulverbeschichten oder Lackieren?
Bei der Farbbeschichtung stellt sich schnell die Frage nach dem technisch besten Verfahren: pulverbeschichten oder lackieren? Pulverbeschichten ist günstiger, gleichmäßiger in der Optik und stabiler in der Beschichtung. Der Nachteil: Fehlstellen können nicht im Grundmaterial ausgebessert (gespachtelt) und Kratzer, Farbabplatzer an Kanten und andere Fehlstellen können auf der Baustelle kaum hochwertig repariert werden. Daher empfehlen wir, großteilige, fest verbaute Gartenobjekte zu lackieren. Lackierte Elemente können gespachtelt und Kratzer problemlos vor Ort ausgebessert werden. Leider ist das Lackieren um bis zu 30% teurer als Pulverbeschichten. Die Mehrkosten lohnen sich aber in der Regel, da die Kundenzufriedenheit bei lackierten Objekten im Garten viel höher ist.
Vorsicht bei flächigen, feuerverzinkten Teilen
Flächige Bauteile aus Blech sind zum Feuerverzinken nur dann geeignet, wenn es um den reinen Korrosionsschutz geht, und keine Anforderungen an die Optik der Oberfläche und die Toleranzen gestellt werden. Beim Feuerverzinken kommt es bei flächigen Teilen durch die verfahrensbedingte Wärmeeinbringung immer wieder zu Verzug und großflächigen Dellen und Verformungen. Wir raten daher qualitätsbewussten Bauherren und Architekten vom Feuerverzinken und ggf. anschließendem Farbbeschichten bei Bauteilen aus Blech ab. Die zulässigen Toleranzen in der technisch maßgeblichen Vorschrift DIN EN ISO 1461 sind viel größer als zumeist angenommen. Daher liefern wir von Gartenmetall großformatige farbbeschichtete Objekte grundsätzlich aus dem hochwertigen Grundmaterial Edelstahl, welcher anschließend lackiert wird. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir nur so unsere eigenen hohen Anforderungen und die Erwartungen der Kunden an Qualität und Bauteilgenauigkeit erfüllen können.
Schichtdicke nach ISO-Norm
Alle unsere feuerverzinkten Gartenobjekte werden nach den Anforderungen der DIN EN ISO 1461 behandelt. Diese garantiert bei Materialdicken zwischen 3 mm und 6 mm mindestens eine Überzugsdicke von 55 μm, bei mehr als 6 mm Blechdicke sogar eine Überzugsdicke von 70 μm. Bei diesen Dicken können – je nach Umgebungsbedingungen – durch die passive und aktive Schutzwirkung der Zinkschicht ohne Wartungsaufwand eine Nutzungsdauer von mehr als 50 Jahren erreicht werden.
Umweltaspekte sprechen fürs Feuerverzinken
Korrosionsschutz durch Feuerverzinken ist ressourcenschonend und nachhaltig. Im direkten Vergleich zu anderen Verfahren wird eine große Menge CO2 eingespart.
Problematik: Weißrost bei feuerverzinkten Oberflächen
Weißrost ist die Bezeichnung für schlierige Korrosionserscheinungen auf der feuerverzinkten Oberfläche. Der Weißrost hat auf die Witterungsbeständigkeit zwar keine Auswirkung, macht das Gartenobjekt aber unansehnlich. Zur Reduzierung der Weißrostbildung bieten viele Feuerverzinker zusätzliche Schutzbeschichtungen für die feuerverzinkte Oberfläche an. Diese ist aber relativ teuer und bei fachgerechter Behandlung und Lagerung der frisch verzinkten Objekte eigentlich nicht notwendig. Daher ist eine zusätzliche Schutzbeschichtung nicht Standard und muss ggf. separat vereinbart und bestellt werden.
Ausschreibungstext für den GaLaBau, für Landschaftsarchitekten und Planer
„Flachstahl gewalzt mit Korrosionsschutz durch Feuerverzinken (Stückverzinken) gemäß DIN EN ISO 1461: 2009-10." Für tragende, feuerverzinkte Metall- und Stahlbauteile im bauaufsichtlich geregelten Bereich ist die DASt-Richtlinie 022 “Feuerverzinken von tragenden Stahlbauteilen“ zusätzlich anzuwenden. Die Festlegung der Dicke des Zinküberzuges muss nicht gesondert vorgenommen werden, da diese in der DIN EN ISO 1461 geregelt ist.

